Eine Lanze für die 1½ Stundenläufe

30 Jahre Lauftreff

Zugegeben, für uns Lauf-Treff Betreuer sind die zusätzlichen Termine für die 1 ½ und 2 Stundenläufe im Frühjahr eine ganz schöne Belastung und für die Verantwortlichen bei der Ansage grenzt das an puren Stress.

Die Schwierigkeit liegt ganz einfach darin, dass sich nicht immer genug Betreuer finden für die zusätzlichen Samstagtermine. Ein anderes Argument gegen die vier Termine im April besteht in dem zum Teil mangelnden Interesse an mitlaufenden Teilnehmern. Beim 2 Stundenlauf zum Beispiel begleiteten mich gerade mal 3 Läufer und ein weiterer Betreuer. In anderen Gruppen war eine ähnliche Abstinenz erkennbar, glücklicherweise nicht in allen Gruppen. Lohnt sich da der Aufwand überhaupt? Da muss ich den Kritikern eigentlich recht geben. Aber...

Aber wann hat man schon die Gelegenheit aus dem gewöhnlichen Trott der Montags- und Donnerstagtermine mit dem zum Teil begrenzt abzulaufenden Bereich heraus zu kommen? Gerade die unteren Gruppen und die Walker bewegen sich immer in einem relativ engen Radius. Deshalb wiederholen sich unsere Streckenabschnitte leider sehr oft. Da haben es die oberen Gruppen wesentlich besser. Ihr Wirkungsbereich dehnt sich verständlicherweise weiter aus. Für uns Walker erscheint das beneidenswert. Also freue ich mich ganz besonders auf die längeren Apriltermine. Endlich kann ich meinen Begleitern, die sich mir vertrauensvoll anschließen, zum Beispiel die Scheftheimer Wiesen oder die Eberstädter Obstblüte oder die traumhaften Ausblicke auf Rossdorf oder die Rheinebene bieten. All das bleibt uns bei normalen Lauf-Treff Terminen leider versagt. Und auf diese erweiterten Möglichkeiten möchte ich und viele meiner Begleiter nur ungern verzichten.

Bedauerlicherweise nutzen zunehmend immer weniger Lauf-Treff Freunde diese Chance. Warum eigentlich? Sind 2 Stunden zu lang? Werden wir müde? Scheuen wir zusätzliche Anstrengungen? Oder machen wir Betreuer etwas falsch? Sind diese Läufe etwa sinnlos? Fragen über Fragen.

Für mich absolut überraschend war die Ausrüstung einiger Lauf-Treff Freunde aus den oberen Gruppen beim diesjährigen Zweistundenlauf. Man trägt zu solchen Ereignissen, um der Austrocknung vorzubeugen, entweder eine Trinkflasche griffbereit im Gürtel oder besser noch auf dem Rücken direkt mit Trinkhalm über der Schulter. Optimal! Und am Ziel angekommen waren wohl fast alle Teilnehmer glücklich. Grüppchen standen zusammen und erzählten begeistert ihre Erlebnisse. Meine Teilnehmer und ich waren besonders angetan von der sprießenden Frühlingsnatur. Die Bäume trieben aus, die Obstblüte faszinierte uns ganz besonders, der Kuckuck ließ seinen Ruf hören zwischen all den anderen Vögeln. Das Naturerlebnis an den 4 Samstagnachmittagen war für uns ein ganz besonderes. Und darauf sollen wir verzichten? Also bitte, liebe Lauf-Treff Freunde, im nächsten Jahr wieder mit Begeisterung in den Frühling stürmen. Und bitte, liebe Lauf-Treff Betreuer, übernehmt bereitwillig die Führung einer Gruppe bei den 1½ uns 2 Stundenläufe. Es lohnt sich wirklich. Wir sollten das nicht aufgeben, auch dann nicht, wenn weniger Teilnehmer diese Erlebnisse estimieren können.

30.08.05 Bernd

Leserbrief vom 02.09.05

Ich denke, dass es mehr an Terminproblemen, als an mangeldem Interesse liegt. wenn der Zuspruch nur gering ist. Viele Läufer der mittleren Gruppen fahren übers Wochenende weg - und verpassen die anfänglichen Termine. Dann am 2-Stundenlauf teilzunehmen, so ganz ohne \"Vorbereitung\" trauen sich dann doch viele nicht. Ich denke, dass die längeren Läufe etwas ganz besonderes sind, da man seinen Radius erweitern kann und die Natur intensiv geniessen kann. Ich selbst bin gern bereit, eine Gruppe an einem längeren Lauf zu führen, denn wenn man es gemühtlich angeht, kann es jeder gutschaffen und viel Spass haben dabei.

Veronika

Letzte Änderung: 2007-04-17 (Mathias Halbach)